Reisebericht-Kam

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Die Reise nach Kamtschatka 2009

Ein subjektiver Negativbericht einer ‚Trekking- LKW-Bootstour’  durch ein armes (armseliges) Land.



1. Tag  Fr 24.7.09

Die Reise fing  schon nicht gut an:  der ICE zum Flughafen Frankfurt  hatte 40 Minuten Verspätung, was weiter nicht schlimm war, hatte ich doch genügend Zeitpuffer eingeplant. Auf dem Flughafen  gegen 22:30 Uhr   die nächste Enttäuschung, Der Flug nach Moskau würde sich um 40 Minuten verspäten -  nicht schlimm – dachte ich, kaufe ich mir halt einen kleinen Imbiss und ein Getränk. Fehlanzeige, denn die Kioske in diesem Teil des Terminals schlossen bereits um 22:00 Uhr!
Der Flug selber  war dann recht turbulent und deswegen wurde  der Service von Aeroflot kurz bevor ich was hätte bekommen sollen, eingestellt.  Toll.  Viele russische Familien mit Kleinkindern waren an Bord. Trotzdem war der Lärmpegel noch erträglich.

2. Tag  Sa 25.07.09  Moskau - Petropavlosk

Da wir gegen die Zeit flogen waren wir morgens gegen 6:00 Uhr in Moskau wo uns eine russische Fremdenführerin in Empfang nahm  und uns für den Rest des Tages durch Moskau  fuhr und führte. Sie war recht eifrig bei der Sache und zeigte uns Kreml, den Roten Platz, das Kaufhaus Gum und verschiedene Basilikas von innen und außen.

                                       

                     

 

                 

 

                     

 

               

                                                                                                                                

 

Morgendlicher Höhepunkt war Frühstück  im besten Kaffee der Stadt. Ich traute meinen Augen kaum, als sich dies als ein MacDonalds Restaurant herausstellte.  Kaffee und Kuchen waren aber ok und preiswert.

 Das beste Kaffee der Stadt

 Unsere Führerin beglückwünschte uns, dass wir einen Tag erwischt hätten mit bester Sicht. Ich selber fand die Luft aber ziemlich mit Smog verschmutzt. Aber das lag wohl wieder mal an mir. Nachmittags  wurden wir wieder zum nationalen Flugplatz gekarrt, gaben das Gepäck auf  und ließen eine sehr lasche Kontrolle über uns gehen und aßen ein mäßiges Essen. Der Flug  nach Petropavlosk dauerte fast 10 Stunden und war einfach schrecklich. Auch hier wieder  viele russische Familien mit vielen Kleinkindern und die Sitze waren sehr eng gestellt.
Gegen das viele und laute Kindergeschrei wollte ich von der Stewardess  Oropax. Gabs nicht, dafür brachte sie mir eine  Augenbinde!? Mit Kleenex habe ich mir dann provisorische Ohrenstöpsel gemacht. Irgendwann war die Nacht rum und gerädert stiegen wir am Ziel aus.

3. Tag   So 26.7.09  Petropavlosk
In Petropavlosk  war es trüb. Das machte die Stadt noch trauriger und schäbiger als sie es  eh schon ist. Unser Hotel  war von außen auch ein schäbiger Kasten,  hoch über der Stadt gelegen.

Nach Bezug der Zimmer gab es ein verspätetes Mittagessen in einem Schnellimbiss   -   schnell  Schwamm drüber -  und einen kleinen Spaziergang zum Hafen und zum Fischmarkt.


4. Tag  Mo 27.7.09   Petropavlosk - Esso
Ich hatte schlecht geschlafen, denn meine Matratze  war durchgelegen und ich musste mich so legen und drehen, dass meine Knochen nicht direkt auf dem Drahtgestell lagen.
Das Frühstück war soweit ok, aber die  Bedienung war muffig und griesgrämig.  Unser Transportmittel, ein Expeditions -Lkw, kam dann auch irgendwann mit 1-stündiger Verspätung. Es war ein sechsrädriger zum LKW-Bus umgebauter Geländewagen. Für unsere Gruppe viel zu klein. Nach Verstauen  des Gepäcks saßen wir eingepfercht zwischen Gepäck, Tagesrucksäcken, Verpflegungskisten, Kartons und Tonnen. Beine ausstrecken war  z.B.  nicht möglich. Da kam bei mir schon der  3. Frust hoch. Denn so sollte es nun über weit mehr als 1000 km und viele Tage über ruppigste Pisten gehen.

 

Unscharf wegen Rumpelei und alle  finden es noch ‘lustig’!


Zu sehen gab es nicht allzu viel, denn es war wieder sehr nebelig. Mittags hielten wir an einer ‚Raststation’ auf russisch.  Am Straßenrand stehen ein paar Buden,  davor  Frauen, die aus kleinen Wagen (wie bei Eisverkäufern)  Essen  anbieten. Meist völlig aufgeweichte Brötchen mit irgendwelchen  Einlagen  und viel zu fett. Zu Trinken kann man sich  dann bei den Kiosken etwas kaufen. 

 

Nach dieser Pause gings auf der Schotterpiste weiter. Es war heller geworden  aber  außer einer grünen Wand links und rechts der Straße gab es  nichts  zu sehen. Ein plötzlicher Halt auf offener Strecke ließ mich nichts Gutes erahnen.  Es hieß  ‚alles aussteigen, wir haben eine Reifenpanne’ .
Auf den ersten Blick schien aber alles in Ordnung, der Fahrer hatte aber Druckverlust an seinen Instrumenten gesehen und während wir noch so  rum standen, wurde ein  Pfeifen immer lauter und ein Reifen bekam eine Ausbuchtung an der Flanke. Für mich der Anlass zu rufen: ‚Leute geht in Deckung, der Reifen platzt gleich.’  Mit großen platzenden Reifen ist nicht zu spaßen. Und dem war dann auch so.  Mit lautem Knall verabschiedete sich der Reifen. 

Ein  Ersatzrad war da  und nach fast einer Stunde Radwechsel  konnten wir weiterfahren.  Das defekte  Rad wurde vom Fahrer einfach über die Böschung in die Taiga gerollt.  Hier machten wir auch  gleich richtig  Bekanntschaft mit  den Mücken!

 Unterwegs  kehrten wir in einem kleinen ‚Gasthaus’ ein. In der Zwischenzeit besorgte der Fahrer ein Ersatzrad – Hoffentlich werden wir dieses nie brauchen, denn es sah schon sehr marode aus. Der 1. Campingplatz  war nicht nach unserem Geschmack, also weiter. Gegen 22:00 Uhr erreichten wir den 2. und nach Zeltaufbau in der Dämmerung  gab es um 24:00 Uhr  das Abendessen.  Dieses war ein rechter Horrortag.

5. Tag  Di 28.7.09  Esso
Ich bin um 7:00 Uhr aufgestanden, obwohl Frühstück  erst für 9:00 Uhr angesetzt war. Da vom Vorabend noch heißes Wasser da war, war zumindest mein 1. Frühstück gerettet. Nach dem 2. Frühstück war ein Gang ins Dorf angesetzt  mit Besuch eines Naturkundemuseums. Das war recht interessant.

Anschließend besuchten wir das Thermalbad. Die meisten von uns nutzten es auch.

Nach dem Mittagessen machten wir eine erste kleine Bergwanderung. Unser Guide  wollte sehen, wie unsere Kondition war. Es waren 400 hm zu überwinden in strahlendem Sonnenschein und hier  machte schon der 1. Teilnehmer schlapp ! Auf dieser Tour hatte ich schon die 1. Diskussion mit unserem Führer, da mir das Tempo der Gruppe zu langsam war und  ich voraus laufen wollte, was der  Führer aber nicht wollte.  Ich gab nach, aber ich fing schon an, langsam zu kochen.

Nach der Rückkehr  erfrischte ich mich  im kühlen Fluss am Zeltplatz, während die anderen wieder im Thermalbad das warme Wasser genossen.


6. Tag  Mi 29.7.09  Esso – Tolbachik
Aufstehen 5:00, Frühstück und Zeltabbau. Da wir in eine Gegend ohne Wasser fahren wollten, hieß es vor der Abfahrt:  ‚Wasser fassen’.  Mit ca. 10   20l-Kanistern  auf dem Dach  ging es erstmal wieder stundenlang durch die Taiga. An einem  Fluss machten wir Mittagspause wo wir auch Bärenspuren fanden.

In einem Wald  kurz vor dem Vulkangebiet ging es plötzlich nicht mehr weiter. Die Fahrspuren waren so tief, schlammig und ausgefahren, dass wir alle aussteigen mussten um den LKW zu erleichtern. Hier machten wir die schlimmste Mückenbekanntschaft unserer ganzen Reise.  Hunderte von Metern mussten wir uns durch das Unterholz hinter dem LKW  durchschlagen bis wir wieder einsteigen konnten. Für die Mücken waren wir DAS  gefundene Fressen. 

 Im Vulkangebiet angekommen, stiegen wir  wieder aus, ließen den LKW  zum vorgesehenen Zeltplatz  vorausfahren und  stiegen auf einen kleinen Vulkan mit  vielen  noch SEHR heißen  Stellen, um dann zum  Zeltplatz weiter zu marschieren.  Das waren insgesamt  2,5 Stunden durch offenes Gelände mit schwarzem Sand und vereinzelten abgestorbenen Bäumen.

  Die Zelte wurden in einem lichten abgestorbenem Waldstück  auf Lavasand aufgebaut. Auch hier gab es Mücken, aber nicht so viele. Belohnt wurden  wir durch einen schönen Sonnenuntergang.

7. Tag  Do 30.7.09  Tolbachik
Im schönsten Morgengrauen mit tollem Sonnenaufgang  zogen wir erst mit LKW und dann zu Fuß los, um einen Nebengipfel des  Tolbachik  (3100m) zu   erklimmen. Am Wegesrand hatten sich kreative Geister ausgelassen. Aus Lavabomben hatten sie  kleine Tierfiguren zusammengestellt. Nett!

 Nach kürzester Zeit hatte ich einen handfesten Krach mit unseren Führern, denn das ‚Tempo’ war für mich einfach zu langsam.  Diesmal setzte ich mich durch und  ‚durfte’  allein auf gut erkennbarem Pfad  aufsteigen.  Trotz   längerer Pausen meinerseits, war ich lange vor allen anderen am Grat. Auf dieser Tour  gab es nach 2 Stunden  den ersten Ausfall eines Teilnehmers.  Später auf dem Grat entschlossen sich neben mir noch 3 andere der Gruppe weitere 200 hm aufzusteigen um das einmalige Vulkanplateau zu sehen. Die anderen stiegen mit einer russischen Gruppe  wieder ab . Für uns hatte sich dieser Ausflug allemal gelohnt. Wir hatten Sonne, gute Sicht  und ein schönes Panorama.

Zum  Jahreswechsel 2012/2013  brach dieser Vulkan   aus. Es gibt Links  auf  Youtube:

Der Abstieg  wurde dann von unserem 2. Führer in einem verschärften Tempo angeführt. Vielleicht wollte er mich testen. Ich  grinste innerlich nur und blieb  ihm immer dicht auf den Fersen.   Um 19:00 Uhr waren wir wieder im Camp und ich war sehr zufrieden.

8. Tag  Fr 31.7.09  Tolbachik
Heute war wieder eine Wanderung angesetzt. Diese wurde fast zum Fiasko. Es war abzusehen, dass es ein sehr heißer Tag werden würde.  Unsere  Führer bestanden  NICHT  darauf, extra viel Wasser  mitzunehmen.  Das rächte sich. Durch einen lichten Hain ( Dimuborgir in Island  lässt grüßen) zogen wir zu einem kleinen Vulkan, der in den 70-er Jahren ausgebrochen war und viele Qkm  mit Lava verwüstet hatte.  Die Zeitvorgaben von unserem Führer wurden weit  überschritten, da  wieder ein großer Teil unserer Gruppe nicht schneller konnte. Ich ging diesmal  auch nicht voraus, da ich den Weg nicht kannte und ich mich hätte leicht verlaufen können. Auch hier wieder Bären- und Elchspuren, aber  kein Tier war zu sehen. Am Vulkan angekommen, blieben die meisten unten bei einem kleinen Tümpel. Ich und wenige andere zogen noch mal 200m höher um von oben das Panorama genießen zu können.

Leider war es sehr diesig, so dass der Eindruck nicht so überwältigend war.  Abstieg und eine kleine Rast am Tümpel mit kleinem Imbiss folgten.  Der Rückweg wurde dann für einige zur rechten Tortur. Es waren über 30° Celsius und  es gab wenig Schatten.  Die Pausen  wurden immer länger und die Wanderintervalle immer kürzer. Zwei Mitglieder bekamen richtige Probleme  durch Dehydrierung.  Da zeigte sich dann auch, dass es bei  uns keine Gruppensolidarität gab. Obwohl einige Mitglieder  noch Wasser hätten abgeben können, taten sie dies nicht!
Eine Stunde vor dem Camp gings dann nicht mehr weiter. Wir machten Rast in einem kleinen Krater mit Schatten, unser Führer lief alleine zum Camp um mit dem LKW zurück zu kommen und uns zu ‚retten’.  Um 19:00 Uhr waren wir zurück und das Bier schmeckte  heute  besonders gut!

9. Tag  Sa 1.8.09  Tolbachik – Kosirevsk
Heute wurde es wieder ein heißer Tag. Abfahrt  gegen 11:00 Uhr  - Ankunft in einem kleinen Dorf (Kosirevsk), wo wir privat in kleinen Holzhütten unter kamen.   Alles war recht lieb angelegt, die Wirtin wusch unsere Wäsche gegen einen kleinen Obulus.

Ein kleiner Bummel ins Dorf zum Einkauf war recht ernüchternd. Die Verkäuferin im Laden war unfreundlich, mürrisch und handhabte ihren Abakus so aggressiv, dass  man sofort  erkannte, wie lästig ihr diese Touristen waren, die ihr Arbeit verschafften. Um 16:00 Uhr gabs Mittagessen -  Fisch - sogar für mich, und er hat sogar geschmeckt!!! Was Hunger so alles bewirken kann!  Im Dorf hatte ich versucht auch Postkarten zu kaufen.  Was für ein vermessenes Vorhaben. Am Abend haben wir auch noch einen benachbarten Vulkan rauchen sehen.

10. Tag  So 2.8.09  Kosirevsk – Maliki
7:00 Uhr  Frühstück, 8:30 Uhr Abfahrt. Bezeichnend (für mich) war, dass sich die Wirtin  von uns  nicht  verabschiedete.  Wieder eine stundenlange Rüttelfahrt durch die Taiga, eingepfercht wie die Menschen  in der U-Bahn  in Tokio zur Rush-hour. Um 12:00 gabs in einem traurigen kleinen Ort  Mittagessen.  Die Weiterfahrt verzögerte sich, da die örtliche Tankstelle kein Benzin mehr hatte  und eine Lieferung erst  nachmittags erwartet wurde.  Dem Himmel sei Dank, es  war tatsächlich so. Hier kam mir so beiläufig der Gedanke in den Kopf: ‚ Was mache ich hier eigentlich!?’  Gegen 18:00 erreichten wir den Campingplatz mit warmen Badetöpfen und einem kühlen Fluss.  Weil Wochenende war, waren auch viele Russen da.  Mit Kind und Kegel, Hunden und den tollsten Stereoanlagen, die ungehemmt aufgedreht waren.  Wir diskutierten, ob wir nicht lieber zum Fluss fahren wollten. Die Mehrheit war dafür, aber unser Reiseleiter entschied dagegen. Dieser Campingplatz hatte  nur ein Gutes, das war der Fluss, wo ich mich erfrischen konnte. Die anderen zogen wieder zu den warmen Quellen.  Der Platz war unter aller Sau. Dreck, Müll, Scherben Hundekot etc.  Die ‚sanitären Anlagen’ waren Viereckshäuschen, total verdreckt und nicht benutzbar.

     

 Das sahen andere wohl ebenso, denn ‚Tretminen’ waren  zuhauf   vorhanden! Die Nacht  war wieder nur schrecklich durch die laute Musik, Hundegekläff und  dem lauten Treiben der Campinggäste.

11. Tag  Mo 3.8.09  Maliki  Flussfahrt  auf Bystraja
Um 9:00 Uhr war Abfahrt zum Fluss Bystraja um hier unsere 2-tägige Flussfahrt zu beginnen. Das bedeutete: alles abladen und umpacken und  auf die Bootsleute zu warten. Das hat die Mücken wieder sehr gefreut. Die Bootsleute kamen dann auch irgendwann. Danach hieß es, Schlauchboote aufpumpen, Gepäck verstauen und sich die Anweisungen unseres Bootsführers anzuhören. 

Um 12:00 Uhr waren wir dann zur Abfahrt bereit. Die Bystraja ist  ein ruhiger Fluss, gesäumt durch dichten Urwald mit vereinzelten Sandbänken und Kiesufern. Um 1:00 war schon wieder Anlanden zum Mittagessen.  14:00 Weiterfahrt und  um 17:00 Uhr Anlandung auf einer Kiesbank  zur Nächtigung.   Hurra -  ein  Erlebnis der besonderen Art. Am anderen Flussufer kam tatsächlich eine Bärin mit drei Kleinen den Fluss herauf. Sie ließen sich durch uns nicht stören und zogen gemächlich am Ufer an uns vorbei.

Das Wetter schien zu kippen. An den nahen Berghängen zogen Wolkenschleier über die Grate. Zum Abendessen gabs Suppe und selbst gefangene Fische (Saiblinge). Es hat geschmeckt. Trotz des groben Kieses habe ich gut geschlafen (ohne Musik und Hundegekläff).

12. Tag Di 4.8.09 Bystraja
Der heutige Tag war als ‚Hammertag’ angekündigt, da dieser Abschnitt des Flusses eigentlich in 2 Tagen bewältigt werden sollte. Trotzdem machten wir unterwegs eine halbe Stunde  Angelpause für unsere Führer. Die paar Stromschnellen waren harmlos und die Vorsichtsmaßnahmen unserer Führer total übertrieben. Um 18:00  Uhr waren wir schon am Ziel! (Hammertag!). Es war das Ende einer ‚Straße’ im Bau und  wir mussten hier im groben Schotter und Dreck die Zelte aufschlagen.

Um etwas bequemer zu liegen, haben wir im Wald Gras ausgerissen. Dabei zerschnitt ich mir die Hände.  Heftpflaster in der ‚Reiseapotheke’ gab es nicht. Schockierend für mich war dann die Erkenntnis, dass wir überhaupt keinerlei         1.Hilfe Ausrüstung dabei hatten!



13. Tag  Mi 5.8.09  Bystraja – Jelosovo  - Lachsfluss
Wir mussten früh aufstehen, da die ‚Straße’  nur bis 8:00 Uhr passierbar war.  Wieder  hieß es: umpacken beladen und  eingepfercht  auf der Fahrt nach Jelosovo  durchschütteln zu lassen. Es gab auch wieder eine Pause an bekanntem Rastplatz mit den fettigen matschigen Brötchen.  In Jelosovo wurden neue Vorräte eingekauft, ich konnte nach Hause telefonieren, Postkarten  und Briefmarken kaufen und einen kleinen Spaziergang über den lokalen Markt machen. Hier bekamen wir auch eine neue Köchin, da die Erste krank geworden war. Diese hatte ihren Hund dabei.  Es wurde noch enger. Dann ging wieder die Diskussion los,  welchen Campingplatz wir aufsuchen sollten. Unser Führer entschied mal wieder gegen die Mehrheit, da er zu einem Lachsfluss wollte um dort  seiner Angelleidenschaft zu frönen.  Mir war das ziemlich egal, da ich mich schon früher innerlich von der Tour verabschiedet hatte.

        Kopf hoch, auch wenn es in die Nase regnet!            

 Es begann zu regnen und es blieb für den Rest des Tages  nur das Küchenzelt.  Manche zogen trotzdem los, um zu einem kleinen warmen Wasserfall aufzusteigen und  dort zu baden.  Im Fluss schwammen Lachse zum Laichen und viele, bereits,  tote  Tiere. Deshalb  war das Flusswasser ungeeignet zum Trinken.

14. Tag  Do 6.8.09  Lachsfluss  -  Mutkovski Region
Das Wetter hatte sich gebessert. Für mich Anlass, den warmen Wasserfall aufzusuchen.
Ich habe es genossen, da ich ganz allein war.

 Nachmittags war wieder Abbau der Zelte und Weiterfahrt. Nach 1,5 Stunden machten wir auf einem Pass eine kurze Pause.  Hier gab es schon wieder höchst überflüssigen Knatsch, weil ein Mitglied etwas länger fürs Fotografieren brauchte. Als ob es hier auf die  5 Minuten ankäme, denn unser endgültiges Tagesziel war  eh nur noch 45 Minuten Fahrzeit entfernt.  Es war ein kleines schönes grünes Tal mit Fluss.  Auch bei Russen ein beliebtes Ausflugsziel. Wir bekamen es zu spüren, denn hier verbrachten wir das ganze Wochenende. Übel ist mir hier die sehr starke Erosion aufgestoßen, welche durch die großen und schweren  Touristen-Lkws  ausgelöst wird. Die Mücken waren auch schon da und ließen sich durch Räucherstäbchen im Küchenzelt  überhaupt nicht stören.

15. Tag  Fr 7.8.09  Mutnovski-Region
Frühstück war um 8:00 Uhr. Das Wetter war nicht so toll.  Um 9:00 Uhr war dann Abfahrt zu den Vulkanen Gorelli und  Mutnovski. Dabei trat das ein, worauf ich schon lange gewartet hatte.  Eine Panne. Ein Hydraulikschlauch war geplatzt und musste von irgendwoher gebracht und ersetzt  werden.  Wir stiegen aus und machten uns auf den Weg, den Vulkan Gorelli zu besteigen. Eigentlich eine 2-3-Stunden Wanderung. Nach kaum 4 Stunden waren wir am Kamm des Vulkans und in dicken Wolken.  Eine Stunde früher hätten wir noch  einen Ausblick in die Krater haben können.  Was tun? Ein Vorschlag  unseres Reiseleiters war, dass man ja den Vulkankrater umrunden könnte und uns an einem anderen vorgegebenem  Treffpunk am LKW wieder treffen  könnten.
Für mich akzeptabel, denn ich hatte die Hoffnung, dass die Wolken  nicht den ganzen Krater umhüllten.  Die meisten zogen es vor, wieder direkt abzusteigen. Wir Zurückgebliebenen machten uns also auf den Weg.  Meine Annahme bestätigte sich. Auf der weiteren Strecke hatten wir wunderbare Aus- Tiefblicke in den Schwefelsee und den Eissee.

 Wolkenschwaden wurden über den Hang getrieben und gegen die Sonne  sah das wirklich zauberhaft aus.

 4 Stunden später waren wir am vereinbarten Treffpunkt, und fuhren mit dem reparierten Lkw zurück ins Camp.  An Tieren haben wir doch tatsächlich einen Hasen gesehen!

16. Tag  Sa 8.8.09  Mutnovski-Region
Wieder sollte es heute zu den Vulkanen gehen, Um 9:00 war Abfahrt. Um 9:30  ein erster unplanmäßiger Stopp.  Um 9:35  der endgültige Stopp wegen einer Panne! Diesmal war ein Keilriemen gerissen. Dies konnte der Fahrer direkt vor Ort reparieren, da er einen Ersatz dabei hatte. Um 10:30 nach einer hatschigen Fahrt über Lava-  und Schneefelder waren wir am Ziel.  Wieder zog es zu und wieder waren wir wegen der Langsamkeit unserer Gruppe erst oben als bereits alles wieder in dichten Wolken lag.
Eine kurze Mittagspause mit dem mitgebrachten Imbiss  und die Hoffnung, dass es vielleicht wieder aufziehen könnte, folgten. Es zog nicht auf. Am ersten Krater konnten wir während kurzer Aufhellung trotzdem einiges der imposanten Schwefel-Fumarolen riechen, sehen und fotografieren.

 Der Weitermarsch zum 2. Krater fiel wegen der schlechten Sicht in die Wolken.  Trotzdem war die Tour kein Misserfolg, denn wieder trennten wir uns  und eine kleine Gruppe machte noch einen Abstecher zu einer Schlucht mit einem tollen Wasserfall.  Hier wurde ich stark an die Schlucht Markafljöts-gljufurj bei Botnar auf Island erinnert.

 Um 16:00 trafen wir wieder den Lkw. Die Ausfahrt aus dem Gebiet gestaltete sich etwas  hinderlich, denn einmal brach der LkW im Schneefeld so tief ein, dass wir wieder alle aussteigen mussten und Fahrer und Guide  schaufeln durften. Wieder kamen Erinnerungen an Island auf, denn so was war mir dort auch schon mal auf einem Gletscher passiert.

 Abends im Camp fing es an zu regnen. Viele Russen waren gekommen. Wahrscheinlich würde es laut werden in der Nacht.  Es wurde laut.

17. Tag  So 9.8.09  Mutnovski-Region
Es hatte die ganze Nacht geregnet und es regnete am Morgen. Für diesen Fall hatte ich mir eine  Pinkelflasche aus einer Coladose zurecht geschnitten. Das war eine gute Idee, so konnte  ich im Trockenen bleiben. Vormittags wurde es etwas lichter und der Regen stoppte. Das bewog uns, zu einem kleinen Wasserfall unseres Flusses zu wandern. Eine Stunde hin und eine zurück.  Dabei konnten wir das ganze Ausmaß der  von Menschen (uns) verursachten Erosion  sehen. 

Nachmittags begann es erneut zu regnen. Ein kleiner Trupp  zog trotzdem los (ohne mich)  um einen Hotpot zum Baden aufzusuchen.


18. Tag  Mo 10.8.09  Mutnovski-Region – Avatcha-Region
Zeltabbau, Müll verbrennen, Einladen  waren gegen 12:00 Uhr erledigt und wir verließen dieses Gebiet in Richtung  Jelosovo und die Avatcha-Region. Um 13:30 hatte uns die Zivilisation wieder in Form einer  typischen russischen Raststätte. Das Essen bestand aus Fladenbrot und einem Fleischspieß und war  richtig gut. 

Mein Fotoobjektiv machte Zicken – wahrscheinlich hat der Kamera  die Rumpelei im  Auto auch nicht gut getan. In Jelosovo wurden wieder Vorräte eingekauft. Ich besorgte mir noch mal Postkarten und Briefmarken.  Diesmal verlangte die Postdame pro Kartenporto 22,50 Rubel. Beim ersten Einkauf waren es nur 19 Rubel. Jetzt bin ich gespannt ob diese Karten ihr Ziel erreichen.  Nach Verlassen der Stadt  ging es in einem ausgewaschenem trockenem Flussbett zur Hüttenanlage am Avatchnik.   Hier gab es jede Menge Erdhörnchen, die angefüttert waren und recht zudringlich um Futter bettelten.  Eine Abwechslung bei  dem schlechten Wetter.

19. Tag  Di 11.8.09  Avatcha-Region
Es war eine Vulkanbesteigung geplant. 1800hm hoch und ebenso viele wieder runter!!!!!!!!!!!!!!
Wer in unserer Gruppe sollte dies schaffen?  Höchstens 4 Personen. Die Diskussion war schon am Vorabend und ich hatte meine Entscheidung auf den heutigen Morgen verschoben. Der Wind blies den Regen waagrecht über die Berghänge. Da fiel es mir leicht ‚Nein’  zu sagen. Es war zudem kalt und ich rechnete ab 2000m Höhe mit Schnee. Dafür war ich nicht ausgerüstet und mich mit anderen in den Wolken im ‚Whiteout’ zu verirren, war mir schlicht zu riskant und unverantwortlich. Trotzdem  liefen 2 Mitglieder unserer Gruppe um 9:30 Uhr mit einem Führer los. Um 13:00 waren sie wieder zurück und darüber war ich richtig froh. Kommentar der einen Wanderin: ‚Schnee, Sturm, Wolken und keine Sicht – aber es war schön!’  Ha, ha, ha!

Der Aufenthalt bei diesem fiesen Wetter erinnerte mich wieder an Island als ich in der Fimmfjördurhütte bei eben solchem Wetter 2 Tage auf Besserung gewartet hatte. Am Abend bekamen Fahrer, Köchin und 2. Führer ihr Trinkgeld in einer nicht sehr herzlichen Atmosphäre.

20. Tag  Mi 12.8.09  Avatcha-Region – Petropavlosk
Es war zwar trocken, aber die Vulkane hingen immer noch tief in den Wolken.  Wir verließen die Ecke, um nach Petropavlosk zurück zu fahren. Hier entluden wir unseren BusLkw vollständig. Eine Verabschiedung von Fahrer und 2. Führer gab es nicht.  Wieder hatte ich das selbe Zimmer mit der kaputten Matratze. Diesmal lief ich gleich zur Rezeption, rief nur noch ‚ Katastroff’ und zeigte der Empfangsdame den Stein des Anstoßes. Es dauerte wenige Minuten bis eine Bedienstete kam, der ich auch die Matratze zeigen musste mit dem Ausruf ‚Katastroff’. Die verschwand kommentarlos um wenige Minuten später mit ihrem Kompagnon zu erscheinen, dem ich das gleiche Problem darzustellen versuchte, beide verschwanden sie kommentarlos um nach wenigen Minuten mit einer 3. Dame (vermutlich der Chefin) zu erscheinen. Ein 4. Mal  ‚Katastroff’  meinerseits bewirkte das Verschwinden aller drei ohne Kommentar.  Nach wenigen Minuten erschienen die beiden Bediensteten erneut, diesmal mit einer neuen Matratze.  Hurra - Sieg – ich hatte es geschafft! Jetzt konnte ich in aller Ruhe ausgiebig duschen und neue saubere Sachen anziehen. Dass die Duschbrause keine Wandbefestigung hatte, störte mich nicht mehr, ebenso wenig, dass der Spiegel auf dem Boden stand und nicht an der Wand hing.

Später ging es mit einem normalen Bus in die Stadt, wieder in den schon bekannten Schnellimbiss. Danach Weiterfahrt an die Pazifikküste auf einer von Schlaglöchern übersäten Piste. Dabei hatten wir diesmal auch noch einen deutschen Reiseleiter, der für die nächste Gruppe eingeteilt war. Ulli Wannhoff brachte in einer Stunde mehr Informationen über Land und Leute rüber als unser russischer Guide in fast drei Wochen! Die Pazifikküste war schwarzer Lavasand und genauso unbelebt wie das Land das wir vorher bereist hatten. Die Gruppe machte einen Spaziergang am Strand. Ich wurde auch gefragt, ob ich mitkommen wollte. Ich lehnte dankend ab, weil mir dies vieeel zu anstrengend sei! Daraufhin wurde ich recht komisch angeschaut. Zurück im Hotel  gab es eine weitere ‚Katastroff’ – das Klopapier war zu Ende. Aber diesmal mussten wir  keinen so großen Akt anstellen um neues zu bekommen.



20. Tag  Do 13.8.09  Petropavlosk
Für heute war noch mal eine Bootstour angeboten. Der Ausflug sollte zu Vogelinseln und Robbenkolonien gehen.  Bei den Inseln angelangt wurde der Anker geworfen und  unser Guide lud zum Angeln ein. Die Ausbeute war recht erfolgreich – etwa 20 Schollen in einer Stunde ist nicht schlecht, aber das war nicht das was ich mir eigentlich vorgestellt hatte.

 Zurück an Land besuchten wir zum Mittagessen den bereits hinreichend bekannten Schnellimbiss. Aber ich hatte schon so resigniert, dass das nun  auch keine Rolle mehr spielte.  Ein Besuch eines Souvenirladens folgte. Die Stücke waren zum Teil recht nett, aber viel zu teuer. Danach gings per öffentlichem Bus  zum Fischmarkt. Dort kaufte ich ein wenig Obst und schlenderte einfach nur so herum ohne echtes Interesse. Sehenswert waren  sowieso nur die mächtigen und prächtigen  BHs! Für viele russische Frauen  ein absolut notwendiges Kleidungsstück!  Am Abend  trafen wir uns zum Abschiedsessen in einer Pizzeria. Hier bekamen unser Reiseleiter und unsere erste Köchin ihr Trinkgeld. Die Atmosphäre war entschieden herzlicher als 2 Abende zuvor. Unsere Bedienung war die erste freundliche, herzliche und geduldige Person, der das Wort ‚Service’  nicht fremd war. Dementsprechend  fiel ihr Trinkgeld aus. 

21. Tag  Fr 14.8.09  Petropavlosk – Kuppingen
Checkout mit kleinen Hindernissen. Es fehlte noch die Aufenthaltsbestätigung des Hotels.  Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und endlich konnten wir auch erkennen in welch eindrucksvoller Umgebung die Stadt liegt. Das Einchecken  ging ohne Probleme vor sich, Sicherheitskontrollen  wurden sehr lasch gehandhabt und pünktlich gings ab nach Moskau. Vorher hat unser Reiseleiter noch auf einer Straßenkarte unsere einzelnen Stationen aufgezeichnet und wir haben die Karte dann abfotografiert! Eine etwas späte Information, wo wir uns eigentlich die letzten Wochen aufgehalten hatten! Die meisten  russischen Reisenden verpacken ihr Gepäck am Flughafen in Plastikfolien mit Plastikbändern gegen Diebstahl. Dafür gibt es extra Automaten, die das Gepäck einwickeln  - kostet 4Rubel.

 Fast  10 Stunden Flug bei miserabler Bordküche. Die vielen Kleinkinder verhielten sich  sehr  brav. Die Stewardessen waren wieder gewohnt muffelig – also alles bestens. 
In Moskau wurden wir nach Empfang des Gepäcks mit einem Shuttle-bus zum internationalen Flughafen gefahren. Das Einchecken dort war auch problemlos, die Sicherheitskontrollen ‚etwas’  gründlicher. Dass man sich nicht bis auf die Unterwäsche ausziehen musste, war eins. Qualvoll auch das lange Anstehen an der Passkontrolle.
Einer russischen Kioskverkäuferin konnte ich noch eine Freude bereiten. Ich kaufte eine kleine Flasche Bier und bezahlte u.a. mit einer 10 Rubelmünze.  So etwas hatte sie offensichtlich noch nie gesehen. Misstrauisch drehte und wendete sie das Geldstück um schließlich zu entscheiden, dass die Münze wohl echt sei und verstaute sie dann in ihrer privaten Geldbörse mit dem Kommentar, dass das Stück ihrer ‚Kollektion’ einverleibt würde.  Mein letzter Gedanke  auf russischem Boden war:                       ‚Hoffentlich bin ich bald zu Hause!’
Der Flug war überpünktlich, so dass ich  einen Zug früher in Frankfurt nehmen konnte. Um 21:30  war ich wieder

                                                                            DAHEIM!









Fazit (rein subjektiv)

Die Entscheidung für diese Reise  war meine größte Fehlentscheidung   in diesem Bereich.
Drei Wochen Russland, wie ich sie erlebt habe, sind eine Strafe und ich kann sie in keinster Weise  empfehlen – besonders wenn man das Preis-Leistungsverhältnis in Betracht zieht.
Das  fängt bei der maroden  Infrastruktur an, geht weiter über  fehlende Gastfreundschaft,  zur Schau gestellten Muffeligkeit und Unfreundlichkeit usw.
Der Service-Gedanke ist in Russland  noch nicht angekommen. Touristen werden als lästiges Übel zur Kenntnis genommen  und die Leistungen der Vertragspartner  stehen aus meiner Sicht auch nur auf dem Papier.
Umweltschutz ist ein Fremdwort.

Es gibt weit lohnendere Reiseziele auf dieser Welt.

   

Obenstehender Artikel stand in der Stz. vom 11.9.09

 

 

Anhang  - mein Brief an Reisebüro und Veranstalter:



An die Firma Schulz-Aktiv Reisen und die Firma Wigwam.

Betr: Bemerkungen, Kritik und Regressforderung  zu meiner Kamtschatka Reise
vom 24.7. – 14.8.2009


Sehr geehrte Damen und Herren.
Nachstehend  führe ich meine Erfahrungen  bei dieser Reise aus.




Diese Reise habe ich über die Firma  Schulz Aktiv Reisen  gebucht.  Diese Firma habe ich bei der CMT in Stuttgart kennen gelernt. Erst später erfuhr ich, dass die Tour von der Firma Wigwam  durchgeführt würde.

   Kamtschatka  war  auf Grund  der euphorischen Berichte in Medien aller Art ein gewisses Traumziel von mir. Leider erwies sich dies als Illusion.

Dazu muss ich sagen, dass ich  bereits in Island und Nepal  mehrmals Trekkingtouren unternommen hatte. Zum Teil allein, zum Teil organisiert. Aber immer mit einem befriedigendem Erfolgerlebnis. Nicht so bei Kamtschatka.

Die Kamtschatka Tour  wurde als  Adventure Pur  mit Schwerpunkt Trekking  angeboten. Tagespensum  6-10h  Wandern!  Für mich  kein Problem! Für 50% unserer Gruppe sehr wohl.  Auch dies ein Grund  meiner großen Enttäuschung bei dieser Tour.


Vielleicht bin ich ein wenig blauäugig  an diese 3 Wochen heran gegangen.

   Unser Reiseleiter war ein bezüglich Reiseleitung unerfahrener junger Russe, der  undemokratisch entschied was die Gruppe  zu tun hätte, also kein deutscher Reiseleiter wie  im Angebot beschrieben. Solch einen trafen wir in Petropavlosk (Ulli Wannhof ??),
der uns in einer halben Stunde mehr Information über Land und Leute rüberbrachte als der russische Guide!
Zum Thema  Naturerlebnis ist folgendes zu sagen:  Das Erlebnis bestand  hauptsächlich im Kampf gegen Mücken.   Von der viel gepriesenen  und vielfältigen Tierwelt haben wir nicht viel gesehen außer Lachsen, einer Bärenfamilie am Fluss und  Mücken.

   Was mir ganz übel aufgestoßen ist, war die Tatsache, dass  wir keinerlei 1. Hilfe Ausrüstung dabei hatten.  Das ist in meinen Augen unverantwortlich, sträflich leichtsinnig und absolut nicht akzeptabel.

    Ich habe jeden Tag  ‚Bauchweh’ bekommen, wenn ich sah, wie die Umwelt und Natur von uns geradezu vergewaltigt wurden. Eine zentrale  Latrine  wurde nur einmal angelegt, ansonsten verteilten wir unsere Tretminen wie es uns gefiel oder nicht gefiel.  Aller Müll wurde verbrannt (Plastik brennt ja so schön),  Blechdosen platt geklopft und vergraben. Ein geplatzter Reifen inklusive Felge wurde einfach nach der Demontage über die Böschung in die Taiga gerollt!
In  den einleitenden Seiten des Prospektes waren auch die hehren Ziele bez. Umwelt  dokumentiert. Für mich die reinste Heuchelei!
Wenn  man hier etwas für die Umwelt tun möchte, gibt es nur die Möglichkeit, solche Touren  NICHT     anzubieten und auch nicht zu buchen!

    Dass wir volle 3 Tage in einem total überfüllten ‚Expeditionsfahrzeug’ über mehr als  1000km auf ruppigsten Pisten  von Petropavlosk zum Tolbachik und wieder zurück gequält  werden würden, wird nirgendwo erwähnt. Bandscheiben und Wirbelsäule lassen grüßen. Wir saßen zusammengepfercht  zwischen Gepäck, Tagesrucksäcken, Verpflegungskisten, Kartons und Tonnen, konnten uns nicht bewegen, nicht einmal die Beine gelegentlich ausstrecken!

 In den Unterlagen  war die Rede von wohlschmeckender Bauernküche und 2 Tage Aufenthalt bei   Naturvölkern im Norden der Halbinsel.   Fehlanzeige!

Besuch bei einem Goldgräbercamp  bzw.  Thermalkraftwerk wurde  Mangels Benzin abgesagt.  Auch  wurde   der Punkt  Wandern in der üppig bewachsenen Küstenlandschaft  nicht durchgeführt.

Avatcha war auch  die totale Enttäuschung,  denn die Bootstour zu Vogelinseln und Robbenkolonien  war eine 3 -stündige Tour zu drei kleinen Vogelfelsen, wo vor Anker gegangen  und Schollen geangelt  wurden!!!  Eine Bustour  an den Pazifik  hatte sich am Tag zuvor auch nicht gelohnt.

Während unserer Wanderungen stellte  sich heraus, dass von 12 Teilnehmern  6-7  die geforderten  Bedingungen  nicht erfüllten. Das heißt, dass  schon nach zwei Stunden Wandern  die ersten Mitglieder Mangels Kondition aufgeben mussten!

Diese Erfahrungen werden mich daran hindern, jemals wieder mit ihrem Unternehmen eine Reise, egal, welcher Art, durchzuführen.



Regressforderung

Wegen folgender Punkte erwarte ich von Ihnen eine erhebliche Gutschrift:

1. Fehlender Besuch zweier Naturvölker und  die Erfahrung einer wohlschmeckenden Bauernküche.

2. Fehlende Wanderung in üppig bewachsener Küstenlandschaft.

3. Kein Besuch bei Goldgräbercamp bzw.  bei einem Thermalkraftwerk.(wegen Benzinmangels!)

4. Bootstour zu Vogelinseln und Robbenkolonien war letztlich nur eine Angeltour.

5. Fehlende Homogenität des Leistungsvermögens  von 50% der Teilnehmer

6. Lt. Ausschreibung sollte uns ein erfahrener deutscher Reiseleiter begleiten. Stattdessen wurde die Aufgabe einem jungen unerfahrenen Russen übertragen.

7. Vorspiegelung falscher Tatsachen bezüglich einer reichen Tierwelt.





Mit  freundlichem Gruß      .......