Wanderung-SK

Nepal  2007 – eine Trekkingtour durchs Solu-Khumbu

Die meisten Bilder sind von mir, einige  von Martin und Hermann.
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1. Tag  26.10.2007   Zürich – Doha

Nachmittags fuhr ich gemütlich nach Schaffhausen, packte bei Sylvia und Hermann meine Tasche um und gemeinsam ging es dann zum Flughafen Zürich. Hier lernte ich auch die  anderen Teilnehmer  (5 an der Zahl) kennen. Das Einchecken und an Bord gehen verlief ohne Probleme und pünktlich flogen wir nach Doha ab. Es war ein Nachtflug und deshalb gab es auch nichts zu sehen. Der Erlebniswert war also gleich  Null.


2. Tag  27.10.2007   Doha - Kathmandu

Der Aufenthalt in Doha  war ereignislos. Interessant war nur, dass es auf dem Flughafen im Duty-free-Shop  im islamischen Doha jede Menge Alkoholika zu kaufen gab.  Nach  3h Wartezeit und  4,5 h  Flug waren wir dann endlich in Kathmandu. Bevor wir zum Hotel fuhren, machten wir noch eine kleine Stadtrundfahrt, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

                                                                                                                                                                                   
                                                 

Eine schreckliche Stadt!  Verkehrschaos ohne Ende, Dreck und Gestank ohne Ende, Lärm ohne Ende – die Hupe ist das wichtigste Hilfsmittel im Verkehr, die Armut und Armseligkeit schreien aus jedem Winkel der Stadt. Untergekommen waren wir im Hyatt und nach einem abendlichen Besuch  der großen Stupa, wenige Minuten vom Hotel entfernt,  fielen wir  geschafft ins Bett.


3. Tag  28.10.2007   Kathmandu

Der heutige Tag war für eine Stadtbesichtigung vorgesehen. Mit einem kleinen Bus ging’s  nach Batan  und dem Tempelberg . Hier waren sehr viele farbenprächtig gekleidete Frauen unterwegs. Zwischen den Besuchern tummelten sich auch unbekümmert Horden von Affen, vor denen ich mich sehr in Acht nahm.

                    

  
                                             

Später in Thamel habe ich mir für 25$ eine Daunenjacke gekauft.
Eine Rikschafahrt rundete den Chaostag ab. Rikscha- und Taxifahren sind  saubillig – man bekommt fast ein schlechtes Gewissen. Am Abend im Hotel  war Umpacken angesagt.


4. Tag  29.10.2007   Kathmandu – Lukla  - Monjo

Um 4:30 war Wecken und als Frühstück gab es ein Lunchpaket zum Abgewöhnen.  Der Flug sollte um 6:30 losgehen, um  8:00  sind wir endlich gestartet. Parallel zur Gebirgskette flogen wir im Sonnenschein nach Lukla.  Lukla hat einen abenteuerlichen Flugplatz. 

                         

        Es ist mehr wie ein großer Flugzeugträger im Gebirge  und  wird auch nur bei besten Bedingungen angeflogen. Wenn die Piloten das  nicht machen passiert dann  ein Crash mit zig Toten  wie im Jahr  2008. Nach der Landung und Organisation der Träger etc.  startete die eigentliche Wanderung.  Auf dem Weg war unheimlich viel los, denn Lukla ist  nun mal der zentrale Ausgangspunkt  für die Wanderer und die Versorgungstreks ins Hinterland. Sehr steile Pfade wechselten sich mit Hängebrücken und dann wieder mit gemütlichen ‚Spazierwegen’ ab.

           

        

         

            Das Panorama war schon hier recht eindrucksvoll, besonders, da die Sonne alles in helles Licht tauchte.     Es war auch sehr warm. Ich lief im leichten Pullover mit  hochgeschobenen Ärmeln. Unterwegs passierten wir einen  Mao-posten, der uns 500 Rps. Wegezoll abknöpfte.
In Monjo  wechselte ich erstmal in trockene Sachen und ließ dann bei Tee und Keksen die Seele baumeln.


5. Tag  30.10.2007   Monjo – Namche (Basar)

Um 6:30  bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden  und nach einem einfachen Frühstück  um 8:30 Abmarsch.  Im Flusstal zog es sich wieder,  manchmal recht steil und hatschig,  dahin. Schlimm war wieder der ‚Verkehr’ mit Trägern, Yak -Karawanen und anderen Touristen. Auf abenteuerlichen Hängebrücken mussten wir sehr oft den Fluss queren. Yaks haben wir Sinnvollerweise immer den Vortritt gelassen.      

                   

 

                  

Der Aufstieg nach Namche  war sehr steil, aber um 12:30 hatte ich es endlich weit vor den anderen geschafft. Namche liegt auf 3400m Höhe – und meine Kondition ließ  nichts zu wünschen übrig. Nach einem kleinen Mittagsschläfchen bummelten wir durch den Ort, der eigentlich nur aus Lodges und Souvenirläden besteht. Unterhalb unseres Hotels hatten tibetanische  Händler ihr Waren- und Zeltlager aufgebaut. Sie bringen Waren aus Tibet (China), die sie an die Einheimischen verkaufen.

                        

Für Trekker, die ihre Ausrüstung vervollständigen wollen oder müssen, gibt es hier in Namche  wirklich Alles  noch zu Spottpreisen  nachzukaufen.  Deswegen auch der  Nachname  ‚Basar’.              


6. Tag  31.10.2007   Namche – Khumjung – Namche


Heute war ‘nur’ eine Rundtour angesagt. Das Ziel war die Mt. Everest View Inn und Khumjung. Bei strahlendem Sonnenschein ging es nach ausgiebigem Frühstück steil  auf 3900 m Höhe. Der Blick von der Everest View Lodge  auf Everest, Lhotse, Makalu und Ama Dablan war sehr beeindruckend.

                                                                                                                     
In Khumjung besuchtem wir  die Hillary School wo ich meine Kugelschreiber abgab und Dieter eine großzügige Geldspende gab.

                  

 Nach kurzem Meinungs- und Informationsaustausch  ging’s wieder nach Namche zurück. Wolken waren nachmittags ins Tal gezogen und ohne Sonne  war’s doch recht frisch geworden und heißer Kaffee und Tee wurden dankbar angenommen. Von hier habe ich dann auch meine ersten Postkarten abgeschickt.


7. Tag  1.11.2007   Namche – Thame

Wieder  Sonne pur.  Gegen 9:00  liefen wir los.  Thame liegt auf 3800m und der Weg dorthin war relativ leicht und landschaftlich  besonders schön.
  Wir wanderten oberhalb des Flusses immer mit Blick auf beeindruckende Berge zwischen lichten Wäldern, Rhododendrengruppen und roten Berberitzensträuchern. Laufend kamen uns große Yak-Karawanen  aus Tibet entgegen. Dieser Pfad ist der Haupthandelsweg zwischen Tibet und Nepal. 

                                                     

                        

In Thame angekommen zogen wir  nach dem Bezug der Zimmer noch  200m höher zum Kloster.
 Dort haben Mönche einige Souvenirs der anderen Teilnehmer gegen einen kleinen Obulus geweiht.  Am Abend um den mit Mist geheizten Ofen  bei Milchtee sitzend ließen wir den Abend ausklingen.  Ein Anruf in Deutschland war erfolgreich.


8. Tag  2.11.2007   Thame – Khumjung

Bei Sonnenschein  aber niederer Temperatur ging es heute den gestrigen Weg zurück.

                        

Das Ziel waren Kunde und Khumjung. Die Yak-Karawanen, welche uns heute entgegenkamen, waren meist ohne Ladung.
Oberhalb von Namche gabs Mittagessen und auf einer Höhe von 3950 querten wir den Kamm  nach Kunde um wieder auf 3800 abzusteigen. In Kunde besuchten wir das Hillary Hospital und versuchten vergeblich eine Maschine zur Luftkomprimierung wieder ans Laufen zu bringen. Nach Bezug der Lodge in Khumjung besuchten wir noch ein Kloster mit Ausstellungsstücken des Yeti.  Wieder waren Wolken ins Tal gezogen  und alle genossen es, um den zentralen Mist-beheizten Ofen zu sitzen und sich bei Bier, Tee oder Kaffee zu wärmen.

                                                     

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9. Tag  3.11.2007   Khumjung – Dole

Wieder Sonnenschein am Morgen. Die Etappe heute war wieder etwas anstrengend.  Der absolute Höhengewinn  war zwar nicht so groß, aber der Pfad führt halt sehr oft ins Tal zum Fluss (sehr steil) und ebenso steil auch wieder rauf. Wir querten wieder einen Wald, bestehend aus Birken, Nadelbäumen und Rododendren. Die Birken haben rote Rinde, welche abblättert und im Sonnenlicht honigfarben leuchtet.
In Dole machten noch einen Abstecher, um auf einen Aussichtspunkt zu steigen. Da es aber wieder zuzog, hat sich das nicht gelohnt.

     


10. Tag  4.11.2007   Dole – Machermo

Ab heute wird es ernst. Wir übersteigen die 4000m Marke und bleiben  über dieser Höhe. Der Weg als solcher ist aber ein  Spaziergang. Kaum steile An- und Abstiege sondern nur gemächliche Steigungen. Wir genießen den sonnigen Tag und fühlen uns alle  trotz der Höhe pudelwohl.   Machermo ist eine sehr gut ausgestattete Station mit Solaranlage, Telefon und Internet -anschluss. Einer unserer Träger war krank geworden und ein Arzt aus der nahe gelegenen Krankenstation  (Typ  arroganter Engländer)  meinte, uns die Leviten lesen zu müssen. Nachmittags zog Hermann nochmals los. Ich streikte, denn Wolken verhinderten schöne Ausblicke und die Energie wollte ich mir sparen.

              

               



11. Tag  5.11.2007   Machermo – Gokyo

Heute wurde es richtig ernst. Der erste harte Tag von folgenden.  Erschwerend kam hinzu, dass ich einen 1. Durchfall hatte.  Immodium verhinderte weiteren Schaden, aber geschwächt hat es wahrscheinlich doch ein wenig.  Das Geländeprofil war eigentlich gar nicht so extrem, aber  es ging nun doch auf  stramme  4800 m Höhe zu. Das Wetter war am Anfang auch nicht so toll, Wolken und Wind.
Erst in Gokyo  kam die Sonne durch. Bewundernswert fand ich wiederum die Träger und Yaks, mit welcher Sicherheit sie trotz größter  Lasten  die schlimmsten Pfade, dicht an steilen Abgründen, bewältigen. Es war manchmal  nicht ganz einfach sich bei den Abgründen aneinander vorbei zu mogeln! Ein Absturz wäre für beide Seiten  fatal gewesen. Am Nachmittag habe ich erstmal 2 h  geschlafen, danach ging es mir wieder besser und ich habe sogar etwas essen können. Hermann meinte, der Durchfall könnte auch mit der Höhe zu tun haben. Egal – ich hatte ihn  gestoppt.

                   

               

                                                                                                      


12. Tag  6.11.2007   GokyoRi – Thangnak

Meinem Magen-Darm ging’s wieder gut. Im Dunkeln um 4:30 aufgestanden und nach einem kleinen Frühstück mit Kopflampen im Nebel Aufstieg auf den GokyoRi  (5360m). Um 8:00 waren wir auf dem Gipfel -  welche Enttäuschung – alles  nur graue Nebelsuppe. Dafür hätten wir wirklich nicht so früh aufzustehen brauchen.
Aber  gegen 9:00 kam eine leichte Brise auf und verblies die Wolken.  Wir verbrachten eine weitere Stunde auf dem Gipfel mit vielen Fotomotiven  und gegen 11:00 waren wir wieder in  Gokyo.  Bei Gokyo gibt es 5 Gletscherseen, die wunderbar im Sonnenlicht leuchten und mit roten Berberitzensträuchern schöne Kontraste bilden. o
Nach Mittagessen  und einer kleinen Rast marschierten wir wieder talauswärts um  weiter unten den Khumbugletscher zu queren um nach Thangnak zu gelangen.
Vom Gletscher sieht man eigentlich  NUR   Schuttberge, vereinzelte kleine Seen  und eine kleinste  Wüste der Welt.
Feinster weißer  Quarzsand, zermahlen  von den Kräften der Natur.  Ich habe meine Wasserflasche umgefüllt und mit Sand  voll gemacht als Souvenir.  In Thangnak waren wir gegen  15:00  und sparten uns weitere Aktivitäten, weil es wieder zugezogen hatte.

               

     

Blick vom GokyoRi auf den Khumbugletscher und Gokyo

                                                                                 

13. Tag  7.11.2007   Thangnak  – ChoLa Pass – Dzongla

Dies war die Etappe, vor der ich am meisten Respekt hatte.  Es galt, den ChoLa Pass zu überwinden (5420m). In der Dunkelheit marschierten wir wieder mit Kopflampen  los. Der Anstieg am Anfang war sehr zivil und wir wurden von Scharen  wilder Nepal-Truthühner begleitet. Je näher wir dem Pass kamen, desto ausgesetzter wurde das Gelände.  Die letzten 400 Höhenmeter wurden aber gemildert durch die hervorbrechende  Sonne.
Es ist schon toll, wie der Stern einem die Stimmung heben kann. Trotzdem  war es recht anstrengend und auch nicht ganz ungefährlich.  Der Hang war steinschlaggefährdet und zum Teil durch gefrorenes Schmelzwasser vereist. Aber auch diese Hürde war irgendwann genommen.  Großes Hallo und Beglückwünschen war anschließend Pflicht.  Nach einer Stunde Pause mit kleinem Imbiss ging es dann auf dem Gletscher ins Nachbartal. Das Ziel -  Dzongla, die Anti-Lodge.

                               

                               

                                 

                


Hygiene in Nepal  muss  sehr klein geschrieben werden.   In Dzongla  muss man das Wort  ganz streichen.  Mehr möchte ich  nicht schreiben. Ausgerechnet hier bekam ich  starkes Nasenbluten, das  nach einer Stunde endlich gestoppt werden konnte. Als ich nachts mal raus musste, wurde ich aber durch einen fantastischen Sternenhimmel mehr als entschädigt!


14. Tag  8.11.2007   Dzongla – LoBuche

Den heutigen Tag kann man als Ruhetag betrachten. Nur ein leichtes Auf und Ab  oberhalb des Flusstales auf einer Höhe  von 4700m – 4900 m  (Mt. Blanc Höhe). Zuerst im Nebel, der sich aber bald lichtete und wieder all die schönen 6-8000-er präsentierte.  Zur Mittagszeit zogen wir in Lobuche ein  und bezogen die schönste Lodge am Ort. Lobuche müsste mal aufgeräumt werden.  Sehr viel Müll liegt rum, denn das nahe Mt. Everest Basecamp hinterlässt bis hier seine Spuren. Sehr viele Trekker  hatten hier ihre Zeltlager angelegt. Aus meiner Sicht waren sehr viele mit Zelt unterwegs. Das Mittagessen war gut und reichlich. Die lokale Ärztin hat im Aufenthaltsraum   ihre Praxis! Es war amüsant zu hören, wie sie einem Patienten empfahl, 10kg abzunehmen.  Vor der Lodge ist der Yak-Bahnhof. Alle Karawanen halten hier, be- und entladen ihre Tiere und entlassen sie dann in die Freiheit, wo sie zwischen den Zelten und freiem Gelände nach Futter suchen. Ein Anruf zu Hause war erfolgreich.  Am Abend  war der Hausberg  Nuptse wunderbar beleuchtet.

       


15. Tag  9.11.2007   LoBuche - Kala Pattar - LoBuche

Den Aufstieg zum Kala Pattar  hatte ich als nicht so schwierig eingeschätzt. Was für ein Irrtum!  Um 6:00 war Abmarsch  nach GoraShep was  nicht besonders herausfordernd war, nur dass der Weg sich ziemlich zog. Das Wetter war nicht sehr freundlich – windig und kalt und deswegen hatte ich erstmalig meine Daunenjacke an, was sich als sehr gute Entscheidung herausstellte.  Meinen Tagesrucksack hatte ich wohlweislich an Sikhar, einen unserer Träger, übergeben. Das war die beste Entscheidung des Tages!  Unterwegs sahen wir Nepals ‚Truthühner’, welche mit wahnwitziger Geschwindigkeit über das schlimmste Gelände laufen können, und ebenso fliegen sie. In GoraShep  erstmal große Aufregung. Man hatte einen toten Deutschen aus Sindelfingen gefunden, der ALLEIN  unterwegs gewesen war. Todesursache unbekannt und der lokale Polizist wollte von uns den Reisepass des Mannes interpretiert haben.  Nach einer heißen Suppe  griffen wir dann den Berg  (nepalisch Hügel - als Hügel gilt in Nepal alles, was unter 6000m ist)  an. Es war  die größte Anstrengung für mich, den Gipfel zu erreichen.
Sikhar, ein Begleiter trug meinen Rucksack für mich. Aber ich habe es geschafft. 5545m!  Wir alle haben es geschafft.  Besonders muss ich Dieter erwähnen, für den es mit seinen 70 Jahren  eine  riesige Leistung war.
Die Aussicht  auf den 10 km entfernten Mt. Everest und Lhotse, den Khumbu Eisbruch und den riesigen Gletscher, bedeckt mit Schutt und leuchtenden Seen haben aber entschädigt.
Trotzdem wollte sich ein Hochgefühl  nicht recht einstellen. Die Erschöpfung war vielleicht doch  eine Allumfassende. Der Abstieg war diesmal auch sehr anstrengend, und  von GoraShep nach Lobuche wollte der Weg auch kein Ende nehmen.  In der Lodge nahm ich nur noch Tee und einen Apfelstrudel zu mir und verzog mich ins Bett. Fix und Fertig!
Dieter musste von Hermann gefüttert werden! In dieser Nacht schneite es und es wurde knackig kalt.  Alle  Wasserbehältnisse froren ein. Hygiene fiel damit wieder mal aus.
Obwohl ich fast nichts getrunken hatte, musste ich in dieser Nacht  fünf Mal raus. Die Höhe forderte wohl ihren Tribut, obwohl ich eigentlich recht gut schlafen konnte.

     

   

                                                        

16. Tag  10.11.2007   Lobuche – Dingboche

Ab heute  ging es wieder Richtung Lukla. Bei strahlendem Sonnenschein zogen wir wieder talauswärts Richtung Dingboche. Der in der Nacht gefallene Schnee war von der Sonne blitzschnell aufgezehrt, so dass der Weg nicht gefährlich rutschig war. Eine Erholungsetappe – wir hatten sie verdient. Wieder begegneten uns viele Yak-Karawanen. An der Gedenkstätte für die Toten des Khumbugebietes pausierten wir. Hier kann sich jedermann ein Denkmal setzen lassen und als Asche im Wind verstreuen oder direkt beerdigen lassen.

Weiter ging es über Yak-Weiden und nach 4 Stunden Wanderung waren wir am heutigen Ziel.   Was für eine Luxuslodge. Jedes Zimmer hatte eigenes  WC (aber keine Waschgelegenheit).  Im Sonnenschein habe ich Stiefel und Socken zum Lüften ausgestellt. Dingboche liegt auf 4300m und die Temperatur war merklich höher.  Der Berg gegenüber wurde auch heute von der Sonne wieder toll beleuchtet (Nuptse).

   

 

         

17. Tag  11.11.2007   Dingboche – Deboche

Am Morgen weckte uns wieder Sonnenschein und viel Kälte. Zur Abwechslung gab es Milchtee ans Bett serviert. Waschen konnten wir uns draußen. Unsere Träger servierten Waschschüsseln mit warmem Wasser!   Luxus pur!
Die heutige Strecke war wieder ein Spaziergang.  Weiter unten kamen wir wieder in die Waldzone – ein kleiner Zauberwald.
Farne und rote Rinde leuchteten im Gegenlicht und im Hintergrund die weißen Riesen. Wir blieben heute in Deboche, wenige  km  vor Tengboche, da die Lodge hier besser sein sollte. Den Nachmittag verdöste ich in der Sonne sitzend.

                           


. Tag  12.11.2007   Deboche – Tengboche – Namche

Wieder wurden wir mit Milchtee am Bett geweckt. Nach kurzem Aufstieg nach Tengboche  besichtigten wir dort ausgiebig die Klosteranlage.
 Tengboche  ist deshalb ein besonderer und heiliger Ort, da er weitläufig von mächtigen Eisriesen umgeben ist.  Der Abstieg ins Tal war wieder sehr hatschig.    Hier kamen uns jetzt auch viele große Japangruppen entgegen, von den Yak-Karawanen  wieder nicht zu reden. Im Tal gab es zur Stärkung  RaRa-Nudelsuppe. Nudelsuppe war eigentlich immer willkommen, besonders bevor es wieder so steil bergauf ging  wie vorher bergab. Am Fluss gab es eine neue provisorische Brücke. Die alte war durch einen Erdrutsch zerstört worden – eine Katastrophe, denn  damit war der Versorgungsweg ins Khumbu für 4 Wochen blockiert gewesen. In den wenigen Orten, die wir passierten, halten tibetanische Händler  ihre Waren feil. Nach dem 400m Aufstieg  zog sich der Weg erholsam bis Namche  am Hang und in der Sonne entlang.  
Wenige km vor Namche  hatte ich das besondere Erlebnis.  Plötzlich kamen drei große  befellte Tiere den Hang runtergekugelt.  Erst dachte ich, dass es junge Yaks seien, es waren aber MountainGoats. Sehr schöne Tiere mit einer Mähne wie ein Löwe. Zwei Männchen rauften um die Gunst eines Weibchens. Oberhalb des Weges stutzten sie erstmal als sie uns Wanderer sahen, dann tobten sie weiter den Hang hinab.
Beneidenswert wie diese Tiere sich in diesem Gelände  bewegen!

           

     


19. Tag  13.11.2007   Namche – Lukla

Die letzte Etappe  sollte noch mal anstrengend werden. Zum einen, da sie relativ lang ist und zum anderen ging es wieder steil bergab und bergauf.  Nach 4h machten wir im Sonnenschein auf einer Terrasse  Mittagspause.  Hier sah ich zum ersten Mal  größere Pferdekarawanen.  Ich bin am Überlegen, ob ich mir nicht ein Pferd  für die letzten km bis Lukla  miete, verwerfe  diese Idee aber wieder. Schließlich hat man auch seinen Stolz.  Ich breche aber früher als die anderen auf, denn  dunkle Wolken ziehen ins Tal.   Wie richtig die Entscheidung  war zeigte sich  kurz vor Lukla. Es fing an zu regnen –aber nicht so viel, dass es Regenkleidung gebraucht hätte
In der Lodge habe ich die Tour  bei einem Kaffee  beerdigt.  Ich war froh, dass  sie nunmehr zu Ende war und wir alle dieses Erlebnis heil und gesund überstanden hatten.
Am Abend machten wir  noch zu Ehren unserer Träger ein kleines Fest mit Tombola und Geldgeschenken. Sikhar, der mich am Kala Pattar so toll unterstützt hatte, ‚gewann’  meine Wanderstiefel (Hermann sprach immer von meinen ’Knobelbechern’)


          

             


     
20. Tag  14.11.2007   Lukla – Kathmandu

Die Frage heute war: wie wird das Wetter  zum Fliegen sein?   Es war positiv. Aus unseren Lodgefenstern konnte ich Landeanflug und Landung sehr schön fotografieren.   Wie gesagt - Flugzeugträgergröße.
Wir kamen einigermaßen pünktlich  los und um 10:00  Uhr waren wir wieder in Kathmandu. Im Hotel war erstmal  Großhygiene angesagt. Duschen - duschen - duschen und frische Sachen anziehen. Zum  Mittagessen wanderte ich alleine  zur Hauptstupa und auch um Souvenirs einzukaufen. Ich wurde fündig. Als Abendessen war ein gemeinsamer Besuch in einem Steakhaus angesagt. Dumm nur, dass keiner wusste, wo es war.  Entnervt habe ich um 9:00  die Gruppe verlassen und bin mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Hier habe ich mich am Buffet gütlich getan – geschmeckt hat  es aber auch nicht. Nach drei Wochen nepalesischer Küche muss man dies verzeihen. Außerdem wurde die Appetitlosigkeit vielleicht auch durch die überstandenen Anstrengungen ausgelöst.

             

               

   




21. Tag  15.11.2007   Kathmandu

Für heute hatte Hermann noch mal Sightseeing angesetzt. Auf dem Programm standen  Stätten, wo die Leichen verbrannt werden und die alte Kaiserstadt  Bakthapur (ein Freilichtmuseum).  Alles sehr interessant und  nicht der westlichen Kultur entsprechend.
Die Reste der Leichenverbrennung werden in den Fluss gekippt wo Wäsche gewaschen wird und andere Leute das Wasser  nach noch Brauchbarem nach der Leichenverbrennung durchwühlen!
Am Abend  haben wir  dann im nobelsten Restaurant der Stadt  gegessen  (wo auch schon Prinz Charles, Clinton und ähnliche ‚wichtige’ Leutchen  wie wir  waren). 
Geschmeckt hat es mir auch da nicht  und unbequem war es außerdem.

                     

                     



22. Tag  16.11.2007   Kathmandu -  Herrenberg

Der Abreisetag  verlief absolut ereignislos und  ohne Zwischenfälle.
Um 20:00   streckte ich wieder die  Füße unter meinen Tisch in Kuppingen.
Völlig geschafft.


Fazit

Es war ein Erlebnis der besonderen Art. Die Landschaft und die Leute entschädigen für Vieles. Meine  nicht vorhandenen Vorurteile bez. eines Hüttenurlaubs wurden voll bestätigt.

Die Nepali  sind ein sehr freundliches friedliches Völkchen, das  schwer  um sein Überleben  kämpfen muss.  Um so größer ist mein  Zorn auf einen  König, der wie die Made im Speck lebt  und vor dessen Haustür  sich  Schmutz, Armut und Elend  breit machen.  Ich habe volles Verständnis für die Maos, die eine Änderung im Land herbeiführen möchten.

Hermann Berie hat diese Tour sehr überlegt und exzellent eingeteilt. Wir alle hatten mit der Höhe keinerlei Probleme. Dass es anstrengend würde, wussten wir vorher, aber wie die Höhe zu ertragen sein würde, konnte niemand voraussagen.
Die Tour hat mich körperlich so ausgelaugt, dass ich erst nach etwa 8 Tagen wieder auf  die Füße  kam  (ich hatte insgesamt 3 kg Gewicht verloren) -  dank vielem Schlaf und Heidi’s  Hühnersuppe!


Was auffällt

In den meisten Lodges  sind alle Scheiben mit Aufklebern der Wander- und Trekkingorganisatoren beklebt. Man hat keinen Durchblick mehr.
Benutztes Klopapier nicht  ins Klo sondern in einen separaten Eimer entsorgen – wird zum späteren  Feuer anmachen benötigt  (wie auch der getrocknete Kuhdung zum Heizen verwendet wird.)
Akku aufladen war in fast allen  Lodges möglich.
Es gibt wandernde Doktoranden, die in den Lodges ihre Dienste anbieten und sich so  die Tour verdienen.
Es ist unglaublich, was manche Träger an Gewicht (bis zu 120 kg)  durch die Gegend schleppen. Noch erstaunlicher ist,  mit welchem Schuhwerk dies manchmal geleistet wird (barfuß  in Badelatschen)!
Ich habe  auch Kinderträger  erlebt, obwohl dies  eigentlich verboten ist.
An einem Baum hing ein Vermisstenplakat (4 Jahre alt)  von einem Trekker, der auf diesem Stück spurlos verschwunden war. Wahrscheinlich war er in  den Fluss gestürzt.
Die Speisekarten in den Lodges waren fast identisch. Das Essen schmeckte, egal was es gab, ebenso identisch.
In den höheren Regionen sind die Betten in den Lodges mit zusätzlichen Decken ausgerüstet.
Gefroren haben wir des Nachts   nie, obwohl manchmal die Fenster dick  mit Reif zugefroren waren.